DarkForseti
Tarpeia
Boreas
Freyja
Die Suche

Es war dunkel in der Kommandozentrale. Nur ein fahles rotes Licht von den Kontrollschirmen erhellte sein Gesicht. DarkForseti saß stumm auf dem Kommandosessel und starrte auf die Panorama-Fenster vor sich. Wie lange waren sie jetzt schon unterwegs und hatten immer noch kein Ergebnis. Was würde sie noch erwarten auf dieser elenden Suche nach dem Siegel der Darkness?

Vor vielen Jahren waren sie als eines von mehreren Teams aufgebrochen um das verschollene Schiff „Ehre der Dunkelheit“ zu suchen. Es war schon ein Mythos in der Geschichte der Menschheit geworden. Viele glaubten schon dass es dieses Schiff nie gegeben hatte. Bis die Forscher vor einigen Jahren eine alte DVD entdecken, auf der der Start des Schiffes vor 300 Jahren aufgezeichnet war. Es war eines der letzten Schiffe, das vor dem Ansturm der Horden der Ban-Go noch fliehen konnte. Danach wurden die Truppen der Menschheit überrannt und eine lange Zeit der Verzweiflung und Depression brach über den Planeten des Galaktischen Imperiums herein. Die lange Tyrannei der Ban-Go rief natürlich auf den unterjochten Planeten Widerstand hervor. Dies führte zur Gründung der Untergrundorganisation „Darkness“, in Anlehnung der alten Mythen von den Göttern der Dunkelheit In ihr wurden parapsychisch begabte Menschen zusammengefasst und zu einer schlagkräftigen Truppe ausgebildet. Dabei stellte man fest, dass besonders die Bindung zweier Menschen, die sich in Liebe zugetan waren, die Kräfte um ein vielfaches steigern ließ. Deshalb wurden immer Vierer-Teams gebildet, bestehend aus zwei Ehepaaren, die zu Sondereinsätzen geschickt wurden. So auch im Fall der Suche nach der „Ehre der Dunkelheit“.

Dies alles ging DarkForseti durch den Kopf, als er die Nachtwache in der
Kommando-Zentrale des kleinen Suchschiffes hatte. Er empfand dies immer als sehr angenehm, konnte er so doch seinen Gedanken ungestört nachhängen. Würden sie das Schiff finden? Langsam schwand seine Hoffnung, hatten sie doch schon so viele Enttäuschungen erlebt. Plötzlich blinkte ein grünes Licht auf. Es kam vom Hyperraumradar. Sofort war DarkForseti hellwach und angespannt. Was war das? Das Signal kam ihm bekannt vor. Es war ein Notruf-Signal, allerdings wurde es schon lange nicht mehr benutzt. Es ließ das Signal von den Computern überprüfen. Kein Zweifel, es war die „Ehre der Dunkelheit“. Schwach zwar, aber doch eindeutig zu empfangen. Er ließ den Alarm durch das Schiff erschallen. Kurze Zeit später war das gesamte Team in der Zentrale versammelt. Seine Frau Tarpeia, eine Taoistin, und der Taoist Boreas mit seiner Frau Freyja. Schnell wurde allen klar, dass sie Erfolg hatten. Das verschollene Schiff war gefunden. Kurze Zeit später waren die Kursänderungen eingegeben und man machte sich gespannt auf Weg. Selbst mit Hyperraumgeschwindigkeit wird es noch 4 Tage dauern, bis man an den Ursprungskoordinaten des Signals angekommen war. So blieb genug Zeit sich auf das kommende vorzubereiten.

„Was glaubt ihr werden wir vorfinden?“ – fragte DarkForseti – „Ein Wrack? Ein intaktes Schiff? Überlebende sicher nicht. Dazu ist es zu lange her.“ – Tarpeia antwortete. „ Keine Ahnung. Aber es ist müßig sich vorher Gedanken zu machen, bevor wir nicht näher heran sind.“ – „Stimmt“ rief Boreas, „lasst uns unsere Ausrüstung nochmals überprüfen. Gedanken können wir uns am Ziel machen.“ Dies fand allgemeine Zustimmung und man machte sich an die notwendigen Aufgaben.

Vier Tage später flogen sie in ein unbekanntes Planetensystem ein. Es war nicht katalogisiert, da es weit ab von den üblichen Schifffahrtsrouten lag. Das Signal kam eindeutig vom dritten Planeten. DarkForseti steuerte das Raumschiff in eine Umlaufbahn der grünen Planeten. Man beschloss erstmal diesen Planeten gründlich zu scannen. „Keinerlei Anzeichen von Funkverkehr oder anderen Energiesignaturen. Lediglich das Signal ist deutlich zu erkennen. Nur ich kann es nicht lokalisieren. Es sieht so aus als würde es vom ganzen Planeten stammen.“ sagte Freyja als sie von den Beobachtungsschirmen aufblickte.

Ratlosigkeit machte sich in der Crew breit. Man konnte das Schiff nicht orten, aber das Signal kam eindeutig von diesem Planeten. Nach einer Weile sagte DarkForseti: „ Es wird uns nichts anderes übrig bleiben als zu landen. Scannt den Planeten auf Landetauglichkeit, auf Viren und Sporen, auf den Luftgehalt.“ – „Commander wir haben dort Werte wie auf Independent Prime. Absolut gut geeignet für Lebensformen.“ – „ Gut Freyja, sehr gut. Dann werden wir landen. Boreas, leite die Landesequenz ein.“ – „Sofort Commander!“ Langsam verließ das Schiff seine Umlaufbahn. Stetig näherte es sich der Atmosphäre des Planeten. „Commander ich habe hier ein Problem“ rief Boreas. „Was ist?“ – „Ich habe keine Kontrolle mehr über die Steuerung. Das Schiff reagiert nicht!“ Die Geschwindigkeit nahm ständig zu und das Schiff raste auf den Planeten zu. „Versuche es abzufangen“ schrie DarkForseti – „Ich bekomme keine Kontrolle, Commander. Wir stürzen ab!“ Das Schiff tauchte in die Atmosphäre ein. „Versuche die Atmosphärentriebwerke zu zünden, Boreas. Vielleicht funktionieren diese.“ – „Commander diese reagieren. Aber nur mit 10 Prozent Leistung. Ich kann nur einen kontrollierten Absturz herbeiführen. So kommt es nicht zu einem Totalcrash.“ – „Freyja such uns einen Landeplatz aus.“ rief DarkForseti. „Ich habe einen, Sir. Etwa 20 Meilen nördlich von uns könnte es gehen.“ – „Boreas lenke uns dahin. Wir haben nur diesen Versuch.“

Boreas tat sein möglichstes. Mit Mühe erreichten sie Freyjas Landeplatz und legten eine etwas unsanfte Landung hin. Als das Schiff zum Stillstand kam, fielen sich die Crewmitglieder in die Arme. Alle waren froh diesen Absturz heil überstanden zu haben. Nachdem sich die Aufregung gelegt hatte, ordnete DarkForseti eine Schadenskontrolle an. Die Ergebnisse waren Besorgnis erregend. Die Deuterium-Vorräte waren verschwunden. Der Schiffsantrieb war durchgebrannt und die Energiereserven reichten noch für 5 Tage. Natürlich versuchte man Kontakt zur Heimatbasis zu bekommen, aber kein Signal konnte aufgefangen werden. Bei der Analyse der Absturzdaten stieß man auf eine seltsame Sache. Nachdem man die Umlaufbahn verlassen hatte, waren seltsame Energiesignaturen aufgezeichnet worden. Zum Zeitpunkt dieser Energieausstöße war der Antrieb abrupt ausgefallen und das gesamte Deuterium verschwunden. Eine Außenbordkamera hatte seltsame Objekte in der Umlaufbahn entdecken können, die man vorher nicht orten konnte. Sehr schnell wurde der gesamten Crew klar, dass dieser Planet eine Falle war. es blieb den gestrandeten nichts anderes übrig, den Planeten zu erkunden und die verschollene „Ehre der Dunkelheit zu suchen.

Der Aufbruch

Einige Wochen waren seit dem Absturz vergangen und DarkForseti war sich inzwischen in klaren, das sie auf diesem Planeten für sehr lange festsaßen. Man hatte die nähere Umgebung der Absturzstelle untersucht und einige essbaren Pflanzen und Tiere gefunden. Auch Wasser war reichlich vorhanden. Seltsame Wesen hatte man kennen gelernt. Sehr aggressiv und feindselig. Manche davon war mehr tierähnlich und nur instinkthaft, andere aber waren durchaus vernunftbegabt. Doch gerade diese waren besonders aggressiv. Anzeichen von menschlichen Leben war auch entdeckt worden. Einige verfallene Hütten hatte sie gefunden. Eines Abends rief DarkForseti seine Crewmitglieder zusammen. „Es geht so nicht weiter. Wir müssen die Menschen suchen, deren Hinterlassenschaften wir gefunden haben. wenn es sie gibt, stehen sie wohl noch auf einer vortechnischen Stufe. Ihr kennt die oberste Direktive? Wir müssen, um einen Kulturschock zu vermeiden, uns den Gepflogenheiten anpassen. Dies bedeutet auf alle Hightech Waffen zu verzichten.“ – „Ja das stimmt. Gott sei Dank haben wir ja noch unsere Fähigkeiten. Diese werden uns noch genug helfen.“ erwiderte Tarpeia. Schnell waren sich alle einig und am nächsten Tag brach man auf.

Nach einer Woche Fußmarsch erreichten sie ein kleines Dorf, welches an einem großen See gelegen war. Es lebten dort einfache Bauern und Fischer. Während sie die Menschen belauschten, fiel ihnen auf das sie sie verstehen konnten. Sie sprachen dieselbe Sprache wie sie, nur das es etwas altertümlich klang. Schnell war ihnen klar, es mussten Nachfahren der damals Verschollenen sein. Man hatte also das Schiff gefunden, nur wo genau es lag, wussten sie nicht. Die Menschen schienen aber das technische wissen verlernt zu haben. Das ganze Leben der Leute war auf einen prä-technischen Stand zurückgefallen. Es blieb der Crew nichts anderes übrig, sich anzupassen.

Nach einem Jahr hatten sie sich genug etabliert das sie sich in dem Städtchen Border ein kleines Haus kaufen konnten. Die Menschen waren in verschiedene Stämme und Gilden aufgegliedert. Damit ihre wahre Identität nicht auffiel gründeten sie eine eigene Gilde. Die Gilde „Darkness“.